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Die Leoniden 1999: Erlebnis- und Faktenbericht

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Artikel vom 22.11.1999, letzte Änderung: 14.06.2001

Augenzeugenbericht von den Leoniden 1999

Meteor
Meteor

Als wir uns, das sind Christoph Lohuis und Thorsten Lohuis, am 16. November diesen Jahres nach draußen begaben, um die Vorboten der Leoniden zu beobachten, ahnten wir Böses auf uns zukommen. Egal wo man hinschaute, es war bewölkt. Damit war der erste Abend schon einmal geplatzt. Zumindest für uns. Wir hatten jedoch den Vorteil, uns mit diversen anderen Hobbyastronomen abgesprochen zu hatten, um so einen Einblick in den Ausbruch der Leoniden an anderen Orten zu bekommen. Arno saß in Schüttorf, Jürgen in Dwingelo (NL - leider wolkenverhangen), und wir in Neuenhaus. Jetzt blieb uns in Neuenhaus nur noch, auf den Abend der Abende zu warten und zu hoffen. Und dann sollte es soweit sein. Nach dem wir uns in unseren Liegen bequem gemacht hatten und uns warm verpackt hatten, konnte es losgehen.

Meteorstrom 1833
Meteorstrom 1833

Gegen 00:30 Uhr MEZ kamen dann auch die ersten noch relativ langsamen Leoniden über den Himmel. Noch relativ wenig aber immer hin schon mehr als am Vorabend. Dies lies auf mehr hoffen, da der Radiant zu diesem Zeitpunkt noch relativ horizontnah stand. Vorbeiziehende Wolkenbänder versperrten uns immer wieder für einige Minuten die Sicht. Gegen 01:30 Uhr war es dann vollkommen bewölkt. Folge: Alles einpacken, und den Wecker auf 02:30 Uhr stellen. Gegen 02:30 Uhr standen wir dann wieder auf, um zumindest bei dem vermuteten Maximum dabei zu sein. Also, Liegen aufbauen, Schlafsäcke ausrollen und auf geht's. Zwar versperrten uns immer noch Wolken häufig die Sicht, aber man konnte auch durch eine vorhandene Dunstschicht hindurch die Meteore über den Himmel flitzen sehen. Außerdem ließen klare Stellen am Himmel immer wieder auf eine gute Sicht hoffen. Leider konnten wir wegen der Wolken nur schätzen, wie viele Meteore zu sehen waren. Die hellsten Boliden, die wir an diesem Abend gesehen haben, lagen etwa bei -4,0 mag. Die richtig hellen Boliden blieben leider aus, dafür waren es aber reichlich andere. Unsere Schätzungen liegen bei etwa 350 - 500 Meteore pro Stunde, die wir aufgrund der Bewölkung jedoch längst nicht alle sehen konnten.

Andere jedoch hatten mehr Glück. Zum Beispiel auf Teneriffa. Dort sah man bei sternenklarem Himmel und einem hervorragenden Seeing etwa 1500 bis 1800 Meteore pro Stunde, wobei auch hier die richtig hellen Boliden ausblieben. Auffällig waren ein sehr langes Nachleuchten und eine Orangeverfärbung der Leuchtspuren. Alles in allem war es jedoch für alle Beobachter ein großer Erfolg und ein tolles Erlebnis. Für viele war es auch eine kleine Entschädigung für die wolkenverhangene Sonnenfinsternis.

Was man im nächsten Jahr erwarten kann, ist noch unklar. Sicher ist jedoch, dass das Maximum der Leoniden dann hauptsächlich aus Südamerika beobachtet werden kann. Was die Leoniden uns im nächsten Jahr bescheren werden? Man darf sich überraschen lassen.

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Autor

Thorsten Lohuis Thorsten Lohuis ist Schriftführer des Astronomischen Vereins.
Neben der Vorstandsarbeit schreibt er Berichte für unsere Homepage.

E-Mail:   t.lohuis@avgb.de
 

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