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Mars Polar Lander

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Artikel vom 01.11.1999, letzte Änderung: 14.06.2001

Das "Mars-Polar-Lander-Projekt" wird vorgestellt und die Schwierigkeiten bei der Kontaktaufnahme beschrieben.

Mars Polar Lander
Der Mars Polar Lander

Am 3. Dezember 1999 sollte die Menschheit wieder auf dem Mars landen. Nachdem vor einigen Wochen der Mars Climate Orbiter durch einen Rechenfehler auf der Marsoberfläche gestürzt war, richtet die NASA nun alle Augen auf den Mars Polar Lander. Nach einem 11-monatigen Flug erreichte die Raumsonde am 3. Dezember planmäßig unseren roten Nachbarplaneten. Nachdem der Funkkontakt während des Eintrittes in die Marsatmosphäre ausfiel, sollte sich dieser 12 Minuten nach seiner Landung um 21:39 Uhr bei der Bodenstation in Kalifornien melden. Doch leider blieb dieser erste Kontakt aus, was nach Missionschef Richard Cook noch kein Indiz für einen Verlust der Sonde sei. Bei der Landung gibt es viele Faktoren, die nicht genau berechnet werden können. So könnte die Sonde etwas versetzt auf die Marsoberfläche gelandet sein, was zur Folge hat, dass die Antennen nicht mehr exakt auf die Empfangsantennen der Bodenstation ausgerichtet sind. In den nächsten Funkfenstern, wollen die Ingeneure nun diese Möglichkeiten überprüfen und ggf. Modifikationen vornehmen. Auch eine Notabschaltung der Sonde kann in betracht gezogen werden, falls diese selbstständig einen Fehler im Betriebssystem gefunden hat. Nach der Korrektur wird der Computer vom Mars Polar Lander dann neu gestartet. Nächste Informationen über den Status der Sonde werden uns am frühen Samstagmorgen erreichen.

Der Mars Polar Lander stellt eine weitere Expedition der NASA zur genauen wissenschaftlichen Untersuchung des Mars da, um eine mögliche bemannte Mission in Zukunft gestalten zu können. Die primäre Aufgabe dieser Mission, stellt die Suche nach Wasser auf der Marsoberfläche da. Nachdem die Wissenschaftler schon indirekte Indizien dafür gefunden haben, dass sich einmal Wasser auf dem Mars befunden haben könnte (Flussläufe usw.), soll diesmal konkret Wasser gefunden werden. Als interessantes Ziel hat man sich das Layerd Terrain am Südpol des Planeten ausgeschaut, welches im Winter von einer Polkappe überzogen ist. Primär entsteht diese durch Ausfrieren der Gase in der Atmosphäre, hauptsächlich Kohlendioxid, welches dann zu Boden sinkt. Neben der eigentlichen Sonde, welche ein eigenes Labor, Wetterstation, Stereokamera und ein Mikrofon für die ersten Geräusche vom Mars mitführt, werden kurz vor der Landung zwei Minisonden vom Lander abgeschossen. Diese Sonden werden sich nun an einer anderen Stelle ca. 1 m in die Oberfläche bohren und anhand eines "Laserofens", wo das aufgenommene Material verdampft wird, mit einem Spektrometer auf Wasser untersucht. Die Ergebnisse, werden an den Mars Global Surveyor geschickt, welche schon seit längerer Zeit den Mars umrundet und photografiert. Dieser dient als Relaisstation und sendet die Daten weiter zur Erde. Momentan können wir nur hoffen, dass sich das entstandene Problem schnell lösen wird, da es sich sonst um einen herben Rückschlag der Menschheit bei der Erforschung unseres Sonnensystemes handeln wird.

4. Dezember 1999, 16:00 Uhr MEZ

Dreimal hatte der Mars Polar Lander nun die Möglichkeit, Kontakt mit der Bodenstation aufzunehmen. Doch auch während des dritten Funkfensters meldete sich die Sonde nicht. Nachdem die NASA soweit alle Systeme überprüft hat, bleibt nur noch eine Fehlerquelle auszuschließen. Die Raumsonde könnte in einer Vertiefung der Marsoberfläche gelandet sein, was zur Folge hätte, dass die Antennen keine Verbindung erstellen können. Als letzte Möglichkeit werden die Wissenschaftler nun die Antennen des Mars Global Surveyor auf die Landestelle des Polar Lander ausrichten, um die störende Marsoberfläche zu umgehen. Mit Spannung ist also dieser wahrscheinlich letzte Versuch der Rettung vom Mars Polar Lander zu erwarten, welcher in den Morgenstunden des 5. Dezembers stattfinden wird. Sollte auch dieser Versuch fehlschlagen, wird man sich wohl damit abfinden müssen, ca. 150 Millionen Dollar in den Sand gesetzt zu haben.

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Autor

Christoph Lohuis Christoph Lohuis ist 1. Vorsitzender des Astronomischen Vereins.
Neben der Vorstandsarbeit schreibt er Berichte für Zeitungen und unsere Homepage.

E-Mail:   c.lohuis@avgb.de
 

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