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Artikel vom 21.01.2000, letzte Änderung: 14.06.2001
Theorie von Mondfinsternissen und Beschreibung der Mondfinsternis vom 21.01.2000

Nach über zwei Jahren, kann auch von Mitteleuropa wieder eine totale Mondfinsternis beobachtet werden. Am 21. Januar 2000 wird sich unser Erdtrabant langsam in den Schatten der Erde schieben und so für 1 Stunde und 18 Minuten verdunkelt werden. Nicht nur für Amateurastronomen stellt dieses kosmische Himmelsschauspiel ein besonders Ereignis dar, auch der Laie wird von dieser besonderen Konstellation beeindruckt sein.
Als erstes stellt sich die Frage, wie es überhaupt zur Entstehung einer Mondfinsternis kommt. Wie bei einer Sonnenfinsternis, kommt es auf die richtige Position von Sonne, Erde und Mond an. Befindet sich die Erde direkt zwischen Sonne und Mond, hat dieser die Möglichkeit in den Schatten der Erde einzutauchen. Im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis wo der Mond die Sonne verdeckt, wird bei einer Mondfinsternis dem Erdtrabanten das Sonnenlicht genommen, welches er ansonsten reflektiert. Aus dieser Überlegung heraus ist es ersichtlich, dass eine Mondfinsternis nur zum Zeitpunkt des Vollmondes eintreten kann. Niemals wird sich z. B. der Halbmond verfinstern. Da die Bahn des Mondes gegenüber der Erdebene leicht geneigt ist, läuft dieser in der Regel oberhalb oder unterhalb des Erdschattens vorbei. Nur wenn der Vollmond direkt durch die Ebene von Sonne und Erde zieht, kann dieser verfinstert werden.
Dieser doch recht komplizierte Sachverhalt soll in der nebenstehenden Grafik nochmals erläuert werden. Interessanterweise waren schon die alten Griechen in der Lage Mondfinsternisse vorauszusagen und aus einem solchen Ereigniss weitere Schlüsse über die Natur der Erde in Erfahrung zu bringen. Schon im 4. Jahrhundert v. Chr. erkannte Artistoteles, dass die Erde eine Kugel ist, da sich der Erdschatten immer rundlich auf den Mond projezierte. Wer am 21. Januar einmal genau hinsieht, wird dieses Phänomen ebenfalls erkennen können.
Einziges Manko an der diesjährigen Mondfinsternis ist die Uhrzeit. Die eigentliche Finsternis beginnt um ca. 03:00 Uhr morgens mit dem Eintritt in den Halbschatten der Erde, welcher aber nicht beobachtet werden kann. Erst ab 04:01 Uhr kann am Ostrand des Mondes eine deutliche Helligkeitsabnahme verzeichnet werden, da der Mond zu diesem Zeitpunkt in den Kernschatten Eintritt. Genau 63 Minuten später kommt es zur totalen Phase der Finsternis und der Mond ist vollständig verdunkelt. Wer nun aber davon ausgeht der Mond sei überhaupt nicht mehr am Firmament zu identifizieren, muss leider enttäuscht werden, da dieser aller Wahrscheinlichkeit nach in einem dunkelbraunen Farbton am Himmel stehen wird. Wie ist dieses zu erklären? Der Grund liegt ist bei unserer eigenen Atmosphäre zu suchen. Auf der Tagseite der Erde trifft das Sonnenlicht auf die Luftschichten und wird hier gestreut und absorbiert. Im Gegensatz zum blauen Anteil des Lichtes, kann das andere sichtbare Spektrum des Lichtes, die Erde quasi "umrunden" und von hier aus den Mond erreichen. Aus diesem Grund erscheint der Erdtrabant auch in einem rötlich-braunen Farbton. Ist die Atmosphäre stark verschmutzt, z. B. während der Golfkrieges oder eines Vulkanausbruches, wird mehr Licht gestreut und absorbiert und die Finsternis fällt dunkeler aus.
Um 05:44 Uhr ist die Mitte der Finsternis erreicht und der Mond ist am "tiefsten" in den Erdschatten eingetaucht. Um 06:22 Uhr endet die Totalität und die zweite partielle Phase beginnt. Zu diesem Zeitpunkt verläßt unser Erdtrabant den Schatten der Erde und ist somit nur noch teilweise verfinstert. Genau um 07:26 Uhr verläßt der Mond den Kernschatten und die Halbschattenphase, welche wie zu Beginn der Finsternis unbeobachtet bleibt beginnt. Besonders in der partiellen Phase, also zu dem Zeitpunkt, wo der Mond nur teilweise verfinstert ist, können mit einfachen Spiegelreflexkamaras gute photografische Ergebnisse erziehlt werden. Mit einem 300 mm - 1.000 mm Objektiv, kann dieser Teil der Mondfinsternis mit relativ kurzen Belichtungszeiten, welche zwischen 1/125 Sekunde und 1 Sekunde liegen, gut festgehalten werden und Sie besitzen so eine schöne Erinnerung an dieser kosmische Himmelsschauspiel.
Christoph Lohuis ist 1. Vorsitzender des Astronomischen Vereins.
Neben der Vorstandsarbeit schreibt er Berichte für Zeitungen und unsere Homepage.
| E-Mail: | c.lohuis@avgb.de |
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