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Venustransit - 600 Besucher beim Venustransit

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Artikel vom 17.06.2004, letzte Änderung: 17.06.2004

Am Dienstag, dem 8. Juni 2004 fand das äußerst seltene Himmelsschauspiel eines Venustransits statt. Die Sternwarte Neuenhaus war zu diesem Anlass geöffnet.

Venustransit
Venustransit

Am Dienstag, dem 8. Juni 2004 fand das äußerst seltene Himmelsschauspiel eines Venustransits statt. Der innere Nachbarplanet der Erde war für knapp sechs Stunden vor der Sonnenscheibe zu erkennen. Das Ereignis ist zu beobachten, wenn Venus zwischen Erde und Sonne steht und parallel alle drei Gestirne sich in einer Ebene befinden. Normalerweise wandert der Planet, von der Erde aus gesehen, ober- oder unterhalb der Sonne her, so dass dieser unsichtbar bleibt. In der Seltenheit eines Venustransits ist auch das Besondere zu sehen. Das letzte Ereignis dieser Art fand im Jahr 1882 statt und in Deutschland müssen Astronomen weitere 122 Jahre warten, bis sich Venus wieder vor die Sonne schiebt.

Venustransit
Venustransit

Zu diesem Anlass öffnete der Astronomische Verein der Grafschaft Bentheim e. V. die Sternwarte Neuenhaus und bot Beobachtungsmöglichkeiten und Informationen rund um das Ereignis. Bis zum Mittag nutzen über 120 interessierte Besucher die Möglichkeit das einmalige Schauspiel zu beobachten. Mit unterschiedlichen Fernrohren, die mit entsprechenden Filtern ausgestattet waren, sowie unter fachkundiger Anleitung von Sternwartenmitarbeitern, war der Venustransit in seiner vollen Länge von 07:20 Uhr bis 13:30 Uhr zu beobachten. Erste Mitglieder des Vereins trafen sich bereits gegen 06:00 Uhr, um neben Vorbereitungen, Aufbau des Equipments noch ein ausgiebiges Frühstück genießen zu können. Bereits zu diesem Zeitpunkt bewahrheiteten sich die guten Wetterprognosen, so dass die Stimmung bei allen Anwesenden sehr gut war. Der first contact wurde mit großem Interesse erwartet und alle Augen richteten sich im Speziellen auf das Tropfenphänomen. Dieses konnte aber nicht erkannt werden. Auffällig war ein Ring um Venus, den wir zu Beginn für Farbfehler der Optiken hielten. Im laufe der Zeit wurde diese Meinung revidiert und erste dezente Äußerungen hinsichtlich einer Beobachtung der Venusatmosphäre wurden laut. Nach ersten Einschätzungen aus dem Internet, handelte es sich bei diesem Phänomen wohl nicht um die Venusatmosphäre, so dass eine Erklärung noch offen steht.

Beobachtung des Venustransits
Beobachtung des Venustransits in der Schule

Eine Kooperation des astronomischen Vereins und den Schulen in Neuenhaus, ermöglichte es parallel Schülern, Lehrern und weiteren Interessierten den Venustransit zu verfolgen. In drei Stunden nutzen über 450 Personen diese Möglichkeit. Hierzu wurden Teleskope aus der Sternwarte, Schulinstrumente und private Fernrohre verwendet. Mitglieder des astronomischen Vereins, Lehrer und astronomisch tätige Schüler erläuterten das Ereignis und zeigten den Umgang mit Teleskopen. Zur Vorsorge bei schlechtem Wetter wurde im Hörsaal des Gymnasiums Neuenhaus eine Live-Übertragung des Venustransits aus dem Internet präsentiert. Stellwände gaben weitere Informationen rund um das Ereignis und Themen der Astronomie. Das Engagement von Schülern während der Vorbereitung des Projektes sowie dem großem Interesse bei der Beobachtung zeigen, dass richtig "verpackte" Astronomie auch junge Menschen anspricht und diese fasziniert. Neben der allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit ist die Zusammenarbeit mit Schulen ein wichtiger Aspekt für den Astronomischen Vereins der Grafschaft Bentheim e. V.

Das große Interesse beim Venustransit sowie steigende Besucherzahlen in der Sternwarte Neuenhaus zeigen, dass sich die Einrichtung in der Region etabliert hat. In naher Zukunft stehen der Ausbau des Angebotes, Engagement im Tourismusbereich sowie weitere Kooperationen mit Schulen im Vordergrund.

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Autor

Christoph Lohuis Christoph Lohuis ist 1. Vorsitzender des Astronomischen Vereins.
Neben der Vorstandsarbeit schreibt er Berichte für Zeitungen und unsere Homepage.

E-Mail:   c.lohuis@avgb.de
 

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