Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Himmelsmechanik und hochsommerliche Stimmung in perfekter Symbiose

Artikel vom 06.08.2018

Die Mondfinsternis vom 27. Juli 2018 - Ein Stimmungsbericht

Besser kann eine totale Mondfinsternis nicht liegen. Freitag, Abendstunden und hochsommerliche Temperaturen waren die Statisten des faszinierenden Himmelsschauspiels.

Bereits Tage im Vorfeld hatten sich hunderte Personen bei der Sternwarte und dem Planetarium Neuenhaus über das Himmelsschauspiel informiert, so dass auch der Themenabend "Wenn sich der Mond verfinstert" innerhalb weniger Stunden ausverkauft war. Am Abend der Finsternis wurde der Blick dann frühzeitig auf den Osthorizont ausgerichtet, auch wenn klar war, dass zum Zeitpunkt des Mondaufganges und auch längere Zeit danach, erst einmal nichts zu sehen sein würde. Es blieb aber die spannende Frage, wann würde der verfinsterte Mond sich zeigen. Zum Zeitpunkt des Aufganges war der Himmel noch recht hell, der Erdtrabant aber bereits im Kernschatten der Erde versunken und somit lichtschwach. Darüber hinaus spielte sich die Szenerie direkt über dem Horizont ab, was der Beobachtung auch nicht förderlich war. Der Kontrast war, um es einmal diplomatisch auszudrücken, nicht besonders günstig. Im Verlauf der Zeit wurde es immer dunkler, aber auch der Erdtrabant geriet immer weiter in den Kernschatten und wurde entsprechend lichtschwächer, so dass der Kontrast, respektive die Sichtbarkeitsmöglichkeit, auch nicht stark zunahm. Das Warten wurde durch einen guten Riesling, entspannte Musik sowie interessante und kurzweilige Informationen verkürzt. Immer wieder wurden Smartphones oder VR-Brillen zum Horizont ausgerichtet, um die Position des Ertrabanten auszumachen.

Gegen 22.20Uhr war der total verfinsterte Mond dann dezent auszumachen und die Freude groß. Im Verlauf der kommenden Stunde wurde die Beobachtung zu einem Spektakel. Der umgangssprachlich betitelte Blutmond wurde immer deutlicher sichtbar und der zu diesem Zeitpunkt in Opposition stehende Mars unterstütze diese wunderbare Stimmung. Um kurz nach halb elf flog noch die Internationale Raumstation (ISS) mit dem deutschen Astronauten Alexander Gerst hoch über die Sternwarte und das Planetarium Neuenhaus hinweg - ein faszinierendes Schauspiel.

Nachdem der Mond den Kernschatten der Erde langsam verließ, ergaben sich nochmals beeindruckende Momente. Der Himmel war zu diesem Zeitpunkt schon sehr dunkel und der Erdtrabant zeigte einerseits noch das faszinierende Rot und parallel war der andere Teil des Mondes bereits wieder beleuchtet. Auf der Rückfahrt von der Sternwarte saßen immer noch viele Pärchen und Gruppen am Stadtgraben, auf Parkbänken sowie in Cafes in Neuenhaus und unterhielten sich angeregt über das Gesehene. Eine wunderbar entspannte, schöne und faszinierende Mondfinsternis; kurzum Astronomie, wie ich sie mag.

Beobachtungsterrasse der Sternwarte
Beobachtungsterrasse der Sternwarte
Bild: © Christoph Lohuis
Erdschatten
Erdschatten
Bild: © Christoph Lohuis
Totalität
Totalität
Bild: © Christoph Lohuis
Mond kurz nach der Totalität
Mond kurz nach der Totalität
Bild: © Christoph Lohuis
Partielle Phase nach der Totalität
Partielle Phase nach der Totalität
Bild: © Christoph Lohuis
Mond, Mars und Flugzeug
Mond, Mars und Flugzeug
Bild: © Christoph Lohuis
 

Autor

Christoph Lohuis ist 1. Vorsitzender des Astronomischen Vereins. Neben der Vorstandsarbeit schreibt er Berichte für Zeitungen und unsere Homepage.

E-Mail:   c.lohuis@avgb.de
 

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