Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Meteor in Russland richtet erhebliche Schäden an

Artikel vom 15.02.2013

Am Morgen des 15. Februar 2013 ist gegen 9 Uhr Ortszeit in Tscheljabinsk im Ural ein Meteorit niedergegangen. Dazu gab es viele interessierte Anrufe in der Sternwarte Neuenhaus. Am Mittwoch, den 20.02.2013 findet deshalb zu diesem Thema ein Informationsabend in der Sternwarte Neuenhaus statt.

Am Freitag, den 15. Februar 2013 trafen gegen 9:00 Uhr Ortszeit Meteorite die Ural-Provinz Tscheljabinsk und zerstörten Gebäude. Durch Glassplitter und Trümmer wurde eine Vielzahl Menschen verletzt. Bedingt durch die ausgeprägten Leuchterscheinungen sowie der Zerstörungskraft der Meteoriten informierten sich eine Vielzahl Anrufer bei der Sternwarte Neuenhaus über dieses Ereignis.

"Es handelt sich hierbei um Brocken aus dem Weltraum, die mit sehr hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre treffen. Diese verglühen zum Großteil und parallel wird die Atmosphäre angeregt zu leuchten, der Beobachter sieht eine Sternschnuppe", so Christoph Lohuis von der Sternwarte Neuenhaus. Die Durchmesser der Brocken beim gestrigen Ereignis betrugen nach ersten Schätzungen "lediglich" 1 bis 2 Meter. Ein Großteil der Zerstörung ging von Druckwellen aus, die beim Zerplatzen der Fragmente freigesetzt wurden. Nach Kenntnisstand vom Freitagmittag gab es wohl auch einen Einschlag mit einem Krater von 6 bis 10 Metern Durchmesser.

"Ereignisse dieser Art kommen immer wieder vor. Betrachtet man aber die Erdoberfläche, ist diese zu Großteilen nicht oder nur gering bewohnt und diese Himmelserscheinungen sind nicht der breiten Öffentlichkeit zugänglich, und vor allem nicht gefilmt. Dass jetzt sogar mehrere Städte getroffen wurden, ist schon ein besonderer Vorfall", so Lohuis. "Bis zum gestrigen Tag gab es lediglich einen verbürgten Vorfall, dass ein Mensch von einem Meteoriten verletzt wurde", ergänzt Lohuis.

Parallel flog am gleichen Abend der Asteroid 2012 DA14 in nur 27.500 Kilometer an der Erde vorbei. Damit kam er der Erde so nahe, wie seit vierzig Jahren kein Himmelskörper. Was für den Alltag eine große Entfernung darstellt, ist aus astronomischer Sicht bereits der "Vorgarten der Erde" und sogar näher als Bahn von Fernsehsatelliten. Mit 50 Metern Durchmesser ist dieser Brocken deutlich größer als die Fragmente aus Russland. Astronomen gaben aber schon frühzeitig Entwarnung, dass dieser Asteroid die Erde nicht treffen wird und keine Gefahr darstellt.

Bedingt durch die zeitliche Nähe kamen Äußerungen auf, ob die Meteoriten vom Vormittag Vorboten des Asteroiden seien. Aktuell gehen die Wissenschaftler davon aus, dass es keinen Zusammenhang der Fragmente gibt.

Am Mittwoch, den 20. Februar 2013 wird die Sternwarte Neuenhaus im Rahmen des öffentlichen Abends ausführlich über diese Ereignisse informieren. Parallel haben Besucher die Möglichkeit, ein Fragment eines solchen Meteoriten in die Hände zu nehmen.

Meldung bei Spiegel online
Ural-Provinz Tscheljabinsk: Dutzende Verletzte bei Meteoritenregen in Russland

Meldung der Frankfurter Allgemeinen
400 Menschen bei Meteoritenregen verletzt

Bolide
Ein solcher Meteor wird auch als Feuerkugel oder Bolide bezeichnet.
Bild: © Thomas Grau

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