Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Der Sternenhimmel im Februar

Was ist im Februar am Abend- und Nachthimmel zu sehen? In diesem Artikel stellen wir Ihnen die derzeit sichtbaren Sternbilder und Objekte vor.

Sternenhimmel

Obwohl die Frühlingssternbilder gegen 22:00 Uhr die abendliche Szenerie bereits betreten haben, zeigt der Sternenhimmel immer noch einen winterlichen Charakter. Auch weiterhin ist das große Wintersechseck, das aus den Sternen Capella im Fuhrmann, Pollux in den Zwillingen, Prokyon im Kleinen Hund, Sirius im Großen Hund, Rigel im Orion und Aldebaran im Stier besteht, leicht in südlicher Richtung zu finden.

Wer unsere Beobachtungstipps regelmäßig verfolgt weiß, dass besonders der winterliche Sternenhimmel eine ganze Palette von interessanten Objekten beherbergt. Im folgenden möchte ich Ihnen einige Objekte vorstellen, die Sie mit dem bloßem Auge, Fernglas oder einem kleinen Fernrohr beobachten können.

Auch ohne optische Hilfsmittel können eine Reihe interessanter Objekte gesehen werden. Die Beobachtung mit dem bloßem Auge ist sogar eine gute Übung, um das Erkennen von schwachen Objekten und feinsten Details zu trainieren, was eine spätere Beobachtung mit dem Teleskop erleichtert.

Auf dem Mond können ohne technische Hilfsmittel etwa soviel Details erkannt werden, wie bei vielen Planeten in einem Teleskop. Mit Konzentration und Zeit werden Sie viele Krater am Terminator (Tag-/Nachtgrenze) erkennen. Sie besitzen kein Teleskop, dafür aber ein Fernglas? Herzlichen Glückwunsch zu diesem hervorragenden Beobachtungsinstrument. Dieses Gerät von vielen Hobbyastronomen geliebt, aber vom Einsteiger vernachlässigt, bietet Ihnen einen ersten Schritt zur Beobachtung mit optischen Equipment.

Der Große Orionnebel (M42) ist unter den Gürtelsternen des Orions zu finden. Richten Sie Ihr Fernglas auf dieses Gebiet und lassen sich Zeit bei der Beobachtung. Im Laufe der nächsten Minuten werden immer mehr Details sichtbar.

Das große Gesichtsfeld eines Fernglases kommt besonders bei den Plejaden (M45) im Stier zur Geltung. Im Teleskop wird dieser offene Sternenhaufen normalerweise nicht vollständig abgebildet, was den Reiz dieses Objektes deutlich verringert. Das binokulare Sehen, also die Beobachtung mit zwei Augen, erzeugt häufig ein sehr plastisches und dreidimensionales Bild. Sie meinen durch ein Objekt zu "fliegen". Diese beiden Objekte sollen Ihnen zeigen, dass Astronomie nicht unbedingt große und teure Teleskope als Basis für eine gelungene Beobachtung haben muss.

Wer trotzdem sein zu Weihnachten erworbenes Teleskop in der Praxis einsetzen möchte, dem sei der "Crabnebel", ebenfalls im Stier, empfohlen. Hierbei handelt es sich um den Überrest einer Sternenexplosion, die bereits 1054 von chinesischen Astronomen gesichtet und verzeichnet wurde. Auch heute noch biete M1, so die Messierbezeichnung, für Amateur- und Berufsastronomen gleichermaßen interessante Beobachtungen.

Himmelskarte
Himmelskarte mit den im Artikel beschriebenen Objekten
Bild: © Lars Naber, Auf Distanz, Nutzung mit freundlicher Genehmigung
Der Krebsnebel (Crabnebel)
Der Krebsnebel (Crabnebel) trägt die Messier-Nummer M1. Es handelt sich um einen Überrest einer Supernova-Explosion.
Bild: © NASA, ESA
 

Autor

Christoph Lohuis ist 1. Vorsitzender des Astronomischen Vereins. Neben der Vorstandsarbeit schreibt er Berichte für Zeitungen und unsere Homepage.

E-Mail:   c.lohuis@avgb.de
 

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