Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Der Sternenhimmel im Januar

Was ist im Januar am Abend- und Nachthimmel zu sehen? In diesem Artikel stellen wir Ihnen die derzeit sichtbaren Sternbilder und Objekte vor.

Sternenhimmel

Ein romantischer Spaziergang zur winterlichen Jahreszeit bietet einen wunderschönen und zugleich faszinierenden Anblick des Sternenhimmels. Zu keiner anderen Jahreszeit können soviel helle Sterne beobachtet werden. Als erstes dürfte am südlichen Horizont Sirius, der Hauptstern des Großen Hunds, auffallen. Sirius ist der hellste Stern am Firmament.

Bei genauer Betrachtung kann ein Flimmern und teilweise auch eine Farbveränderung erkannt werden. Wie viele glauben, wird dieses Phänomen aber nicht vom Stern selber hervorgerufen. Das Licht der Sterne durchläuft unsere Atmosphäre und wird in dieser gebrochen. Dieser Sachverhalt kann leicht überprüft werden. Wird ein Stock in klares Wasser eingetaucht, so scheint dieser kurz unter der Wasseroberfläche abgeknickt (das Licht wird gebrochen).

Bedingt durch Turbulenzen in der Atmosphäre wird das Licht eines Sternes mehrmals gebrochen, wodurch dieser zu flimmern beginnt. Bei der Beobachtung mit Teleskopen wird auch das Flimmern vergrößert und ein Objekt erscheint nicht mehr scharf fokussiert. Aus diesem Grund wurde von Berufsastronomen ein Fernrohr im Weltraum stationiert (das Hubble Weltraum Teleskop), wo die störenden Luftturbulenzen fehlen.

Etwas östlich und höher über dem Horizont befindet sich der Kleine Hund mit dem Hauptstern Procyon. Beim Vorhandensein von nur zwei Sternen bedarf es großer Fantasie, einen kleinen Hund auszumachen. Das nächste Sternbild dürfte wieder vielen bekannt sein. Es handelt sich um die Zwillinge. Castror, der obere Stern, ist lichtschwächer und Hauptstern. Pollux hingegen repräsentiert einen Stern des bekannten Wintersechsecks. Zu dieser geometrischen Figur gehören neben Pollux die beiden bereits angesprochenen Sterne Procyon und Sirius.

Das Wintersechseck wird durch Capella, Aldebaran und Rigel vervollständigt, die im Folgenden noch genauer besprochen werden. Fast im Zenit (der Punkt, der sich direkt über dem Beobachter befindet) befindet sich der Fuhrmann. Sein Hauptstern Capella ist leicht zu identifizieren. Dieses Sternbild beherbergt drei interessante offene Sternhaufen. Hierbei handelt es sich um lockere Ansammlungen von bis zu 300 Sternen, die in einem Fernrohr wunderschön zu beobachten sind. Westlich vom Fuhrmann ist der Stier zu sehen. Sein Hauptstern trägt den Namen Aldebaran.

Bereits mit dem bloßem Auge können im Stier die Plejaden ausgemacht werden. Der offene Sternhaufen wird häufig mit dem Kleinen Wagen verwechselt. Zur Beobachtung ist lediglich ein Fernglas nötig.

Als letztes Sternbild in diesem Monat muss der Jäger Orion Erwähnung finden. Der untere, rechte Fußstern trägt den Namen Rigel und ist der letzte Stern unseres Wintersechseck. Dieses Sternbild ist bekannt für ein großes Nebelgebiet, das sich scheinbar in dieser Konstellation befindet. Aus diesem Grund wird auch vom Großen Orionnebel (M42) gesprochen. Dieses Objekt kann ebenfalls mit bloßem Auge unter den drei Gürtelsternen lokalisiert werden.

Himmelskarte
Himmelskarte mit den im Artikel beschriebenen Objekten
Bild: © Nutzung mit freundlicher Genehmigung von Lars Naber, Auf Distanz
Die Plejaden
Die Plejaden tragen die Messier-Nummer M45. Es handelt sich um einen offenen Sternhaufen, der mit dem bloßem Auge erkannt werden kann.
Bild: © Public Domain
 

Autor

Christoph Lohuis ist 1. Vorsitzender des Astronomischen Vereins. Neben der Vorstandsarbeit schreibt er Berichte für Zeitungen und unsere Homepage.

E-Mail:   c.lohuis@avgb.de