Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Der Sternenhimmel im Juni

Was ist im Februar am Abend- und Nachthimmel zu sehen? In diesem Artikel stellen wir Ihnen die derzeit sichtbaren Sternbilder und Objekte vor.

Sternenhimmel

Die Umstellung auf Sommer lässt sich auch an der nächtlichen Himmelsszenerie verfolgen. Das in der letzten Zeit gut zu erkennende Frühlingsdreieck nimmt immer noch einen dominierenden Platz am Firmament ein, doch hat es sich zum Vormonat deutlich in Richtung Westen verschoben und bereitet sich langsam auf den Untergang vor.

Am markantesten in dieser Region ist derzeit das Sternbild Löwe. Mit seinem Hauptstern Regulus ist es in westliche Richtung zu erkennen. Mit einer Sternkarte und Übung wird der Löwe zu einem einfachen Objekt.

Im Folgendem werden die im Osten aufgehenden Sommersternbilder näher betrachtet, welche die warmen Monate ankündigen. Die spät einsetzende Dunkelheit ist ein erheblicher Nachteil für Astronomen. Zum Einen können Beobachtungen im Juni und Juli erst gegen Mitternacht begonnen werden und zum Anderen wird es nicht richtig dunkel. Bei genauer Beobachtung des Nordhorizontes ist in den folgenden Wochen immer ein leichter Schimmer der Sonne auszumachen.

Wega im Sternbild der Leier steht fast im Zenit (Punkt direkt über dem Beobachter) und gehört zu den hellsten Sternen am Firmament. Das Auffinden gestaltet sich einfach, da lediglich der helle Stern direkt über einen aufgesucht wird. Das eigentliche Sternbild ist schwieriger zu lokalisieren.

In Richtung Osten ist der Schwan zu erkennen, der auch als Kreuz des Nordens bezeichnet wird. Obwohl sich das Sternbild direkt in der Milchstraße befindet und von vielen Sternen umgeben ist, kann der Schwan durch seine markante Konstellation mit wenig Übung schnell ausgemacht werden.

Wer unsere Milchstraße noch nie beobachten konnte, hat im Sommer beste Möglichkeiten dazu. Allein ein dunkler Ort (außerhalb der grafschafter Ortschaften) sowie gute Durchsicht sind erforderlich und das Band der Milchstraße ist mit dem bloßem Auge zu beobachten. Es erstreckt sich über den gesamten Himmel. Könnte man die Milchstraße von oben betrachten, würde sich uns das Bild einer riesigen Spirale darstellen. Die Erde liegt im äußeren Bereich einer der Spiralarme. Blicken wir in einer lauen Sommernacht in Richtung Zentrum, so werden die Milliarden Sterne nicht als einzelne Punkte aufgelöst, sonder als milchiges, mattes Band.

Der Hauptstern des Schwans trägt den Namen Deneb und besitzt eine dezent geringere Helligkeit als Wega. Etwas schwieriger auszumachen ist der Adler mit Altair. Besonders in diesem Monat bewegt sich diese Himmelskonstellation noch tief über dem Horizont, was das Auffinden nicht unbedingt erleichtert. Mit etwas Geduld ist auch der Hauptstern Altair zu lokalisieren.

Werden die drei zuvor genannten Hauptsterne miteinander verbunden, wird die geometrische Figur eines Dreiecks sichtbar. Durch die Lokalisation im Sommer, wird es als Sommerdreieck bezeichnet. Vor allem für Einsteiger kann die Figur beim Auffinden der Sternbilder eine Hilfe sein. In der Dämmerung sind Wega, Deneb und Altair als erste Sterne zu erkennen und dienen zur ersten Orientierung.

Obwohl die Leier noch nicht ihre höchste Position am Firmament erreicht hat, können die ersten Beobachtungsversuche am bekannten Ringnebel M57 unternommen werden. Die Bezeichnung "M" steht für Messier.

Charles Messier war ein französischer Astronom, der sich auf die Suche und Beobachtung von Kometen spezialisierte. Häufig stieß er auf kometenähnliche Objekte, die sich aber bei längerer Beobachtung als stellare Objekte herausstellten. Um späteren Verwechselungen vorzubeugen, katalogisierte Messier diese Objekte. Obwohl der Messierkatalog nur 110 Objekte beinhaltet und heutzutage in der Berufsastronomie keine Verwendung findet, wird er von Amateurastronomen noch recht häufig genutzt.

Der Ringnebel entstand vor ca. 50.000 Jahren in Folge einer Sternenexplosion, wobei dieser seine äußere Hülle abstieß. Schon in kleineren Teleskopen kann das Objekt aufgefunden werden, wobei dessen Durchmesser im Okular recht klein erscheint und viele Beobachter häufig über ihn "hinwegsehen".

Zum Schluss der Auflistung von Sternbildern möchte ich an dieser Stelle Konstellationen nennen, die nur sehr tief über dem Horizont zu finden sind. Gegen Mitternacht durchschreitet der Skorpion den Meridian und nimmt seine günstigste Beobachtungsposition ein. Leider kann das Sternbild aus unseren Breiten nicht vollständig beobachtet werden.

Auch der Schütze lässt nicht lange auf sich warten. Obwohl das Sternbild nicht sehr einprägsam ist, befinden sich hier eine Reihe von interessanten Objekten. Der Trifid-, Lagunen-, Adler-, und Omeganebel sind nur eine kleine Auswahl von Objekten, die in diesem Gebiet zu lokalisieren sind. Auch kleineren Fernrohren sind diese Objekte zugänglich.

Himmelskarte
Himmelskarte mit den im Artikel beschriebenen Objekten
Bild: © Lars Naber, Auf Distanz, Nutzung mit freundlicher Genehmigung
Ringnebel M57
Der Ringnebel M57 in der Leier ist recht einfach aufzuspüren und kann auch schon in kleineren Teleskopen beobachtet werden.
Bild: © NASA / ESA
 

Autor

Christoph Lohuis ist 1. Vorsitzender des Astronomischen Vereins. Neben der Vorstandsarbeit schreibt er Berichte für Zeitungen und unsere Homepage.

E-Mail:   c.lohuis@avgb.de