Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Der Sternenhimmel im März

Was ist im Februar am Abend- und Nachthimmel zu sehen? In diesem Artikel stellen wir Ihnen die derzeit sichtbaren Sternbilder und Objekte vor.

Sternenhimmel

Der Winter neigt sich, zumindest auf dem Kalender, langsam dem Ende zu. Diese Tatsache spiegelt sich auch am nächtlichen Firmament wieder. Gegen 22:00 Uhr haben sich alle Wintersternbilder weit in Richtung Westhorizont verschoben und bereiten sich auf ihren Untergang vor. Allein das Sternbild Orion sowie der bläulich-weiße Stern Sirius ziehen in dieser Region noch die Blicke des Beobachters auf sich.

Direkt über dem Beobachter befindet sich der Große Wagen. Diese bekannte Konstellation ist kein eigenständiges Sternbild. Er repräsentiert lediglich ein Teilstück des Großen Bären. Obwohl dieses Sternbild mit zu den größten zählt, ist es durch lichtschwache Sterne nicht besonders leicht zu erkennen. Aus diesem Grund soll im Folgenden der Große Wagen im Mittelpunkt stehen. Werden die hinteren beiden Kastensterne um das Fünffache verlängert, trifft die gedachte Linie auf den bekannten Polarstern. Dieser stellt den Hauptstern im Kleinen Bären (Kleiner Wagen) dar. Im Volksmund wird er auch als Nordstern bezeichnet.

Die Vielzahl von Sternen ist zu Beginn sehr verwirrend, was das Auffinden auch von einfachen Sternbildern erschwert. Aus diesem Grund seien noch zwei "Eselsbrücken" genannt, die das Auffinden des Polarsternes erleichtern. Häufig stellt sich die Frage bei welchen Sternen es sich um die hinteren Kastensterne handelt. Diese Frage ist leicht zu beantworten, da die Deichsel an den Vorderen befestigt ist. Die Richtung in die verlängert werden muss, zeigt aus dem Wagen heraus. Beim genauen Hinsehen kann erkannt werden, dass der Kasten zu einer Seite geöffnet ist. In diese Richtung befindet sich der Polarstern. Weiterhin bildet die Deichsel eine sehr flache Pfeilspitze, die ebenfalls die selbe Richtung anzeigt. Beim Großen und Kleinen Bär handelt es sich um Sternbilder, die die Horizontlinie nicht unterschreiten. Somit können sie zu jeder Jahreszeit beobachtet werden.

Andere Sternbilder gehen, wie unsere Sonne, im Osten auf, erreichen im Süden ihre höchste Stellung am Firmament und sinken im Westen wieder unter den Horizont. Auch die Cassiopeia oder "Himmels-W" gehört zu diesen Sternbildern, die in der Fachsprache als zirkumpolare Sternbilder bezeichnet werden. Das Himmels-W kann in den Abendstunden leicht in Richtung Westen ausgemacht werden.

Für Beobachter die sich bereits an schwierige Kandidaten versuchen möchten, sei der Krebs genannt. Dieser kündigt den vor der Tür stehenden Frühling an. Seine unscheinbare Konstellation erschwert das Auffinden. Er ist direkt zwischen den Sternbildern Zwilling und Löwe zu lokalisieren. Fast mittig des Sternbildes befindet sich der Sternhaufen M44 oder Krippe (lat.: Praesepe). Auch ohne optische Hilfsmittel lässt sich dieses astronomische Objekt erkennen. Wenig störendes Licht vorausgesetzt. Wie bei den Plejaden handelt es sich bei M44 um einen offenen Sternhaufen. Für Fernglasbesitzer ist dieser Sternhaufen ein sehr schönes Objekt.

Offene Sternhaufen stellen lose Ansammlungen von Sternen dar, die in einem tatsächlichen räumlichen Bezug zueinander stehen. Sie gehören wie Häuser zu einer Stadt. Weiter in östlicher Richtung sind schon alle Frühlingssternbilder über die Horizontlinie getreten, allen voran der Löwe. Der helle Hauptstern des Löwen trägt den Namen Regulus, was soviel wie kleiner König bedeutet. In diesem Frühling glänzt der Planet Jupiter in diesem Sternbild und ist auch für Laien nicht zu übersehen. Noch tief über dem Horizont befindet sich das bekannte aber unscheinbare Sternbild der Jungfrau, mit dem Hauptstern Spica.

Hier finden wir auch den sogenannten Virgohaufen, dem auch unsere Milchstraße angehört. Es handelt sich um eine Ansammlung von Galaxien, die in einem größeren Amateurteleskop als mehr oder minder verwaschene "Fleckchen" zu erkennen sind. Der Reiz bei dieser Beobachtung liegt darin, dass es sich bei fast jedem Objekt im Fernrohr um eine Galaxie handelt, die wiederum aus Milliarden von einzelnen Sternen besteht. Noch weiter im Osten ist das Sternbild Bootes (Rinderhirt) mit dem Stern Arktur zu finden. Dieser ist der dritte Stern des Frühlingsdreiecks, das im nächsten Monat genauer beschrieben werden soll.

Himmelskarte
Himmelskarte mit den im Artikel beschriebenen Objekten
Bild: © Lars Naber, Auf Distanz, Nutzung mit freundlicher Genehmigung
Die Praesepe
Die Praesepe trägt die Messier-Nummer M44. Es handelt sich um einen offenen Sternhaufen, der schon mit dem bloßem Auge erkannt werden kann.
Bild: © Public Domain
 

Autor

Christoph Lohuis ist 1. Vorsitzender des Astronomischen Vereins. Neben der Vorstandsarbeit schreibt er Berichte für Zeitungen und unsere Homepage.

E-Mail:   c.lohuis@avgb.de
 

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