Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Der Sternenhimmel im Mai

Was ist im Februar am Abend- und Nachthimmel zu sehen? In diesem Artikel stellen wir Ihnen die derzeit sichtbaren Sternbilder und Objekte vor.

Sternenhimmel

Gegen 23:00 Uhr kann das Frühlingsdreieck, das dem aktuellen Firmament sein charakteristisches Aussehen verleiht, hoch am südlichen Himmel erkannt werden. Die Wintersternbilder haben sich fast ganz von der nächtlichen Szenerie verabschiedet und nur noch Castor und Pollux in den Zwillingen sowie Capella im Fuhrmann erinnern noch an die längst vergangenen Winternächte. Im Gegenzug sind mit Wega in der Leier und Deneb im Schwan die ersten Vorboten des Sommers zu erkennen.

Unsere nächtliche Reise beginnt beim markanten Sternbild des Löwen. Seine Konstellation und dessen Hauptstern Regulus sind mit etwas Übung leicht zu identifizieren. Interessant ist die Position von Regulus am Firmament, da er sich nahe der Ekliptik befindet.

Die Ekliptik stellt die an den Himmel projizierte Bahn der Planeten, Mond und Sonne dar. Die genannten Himmelskörper bewegen sich immer auf dieser "Linie" und durch ganz bestimmte Sternbilder. Niemals ist zum Beispiel der Mond im Großen Wagen zu sehen. Hin und wieder kommt es zu nahen, scheinbaren Begegnungen oder Bedeckungen dieser Objekte mit dem Stern Regulus.

Speziell in Fernrohren stellt dieses Ereignis einen besonderen Reiz dar, welches durch die große Helligkeit Regulus verstärkt wird. Weiter in östliche Richtung, schon fast im Zenit (der Punkt direkt über dem Beobachter), befindet sich der Bootes mit seinem nicht zu übersehenden Hauptstern Arktur. Übersetzt heißt Bootes Rinderhirt, was von der äußerlichen Form des Sternbildes die nicht ganz leicht nachzuvollziehen ist.

Als drittes Sternbild sei die vom Namen her bekannte Jungfrau mit Spica erwähnt, die sich tief über dem Südhorizont aufhält. Diese ungünstige Position, lichtschwache Sterne und eine nicht einfach zu erkennende Figur, gestalten das Auffinden der Jungfrau nicht einfach. Allein der helle Stern Spica ermöglicht eine Lokalisation dieser Konstellation.

Im Universum befinden sich eine fast unendlich scheinende Anzahl von Galaxien. Hierbei handelt es sich um Ansammlungen von Milliarden Sternen. Unsere eigene Galaxie wird auch als Milchstraße bezeichnet, weil sie an klaren Abenden, fernab störender Lichtquellen, als milchiges Band den gesamten Himmel überspannt. Objekte in unserer Milchstraße sind derzeit am Firmament knapp bemessen.

Auf der anderen Seite können besonders im Frühjahr eine Vielzahl ferner Sternensysteme beobachtet werden, die wie bereits beschrieben, als Galaxien bezeichnet werden. Sie erlauben einen tiefen Blick in das Universum. Leider benötigt der Beobachter für diese Art von Objekten häufig lichtstarke Teleskope, denn die Helligkeit von Galaxien fallen, wegen ihrer großen Entfernung zu uns, bescheiden aus.

Aber auch große Teleskope zeigen die meisten Galaxien nur als ein mattes "Wölkchen". Erst in der Astrofotografie, mit Belichtungszeiten von 30 Minuten bis zu mehreren Stunden, wird die Vielfalt von Spiralarmen und die Strukturierung sichtbar. Die Vorstellung, dass es sich um Ansammlungen von Milliarden von Sternen handelt, die sich in einer unvorstellbaren Entfernung befinden, macht die Beobachtung aber umso faszinierender.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Tatsache, dass das Licht viele Millionen, bis zu Milliarden Jahre benötigt, um die Erde zu erreichen. Genau wie ein Auto eine bestimmte Zeit bis zum Zielort benötigt, reist auch das Licht nicht mit unendlicher Geschwindigkeit. In einer Sekunde legt Licht die Entfernung von 300.000 Kilometer zurück! In einer Sekunde umrundet das Licht die Erde 7 1/2 mal oder überwindet die Distanz zum Mond. Als Vergleich braucht das Space Shuttle, dass immerhin schon fast 30.000 Stundenkilometer schnell ist, 90 Minuten um die Erde zu umkreisen. Dennoch benötigt Licht die erwähnten Millionen oder Milliarden Jahre, um die Distanzen im Universum zurückzulegen.

Himmelskarte
Himmelskarte mit den im Artikel beschriebenen Objekten
Bild: © Lars Naber, Auf Distanz, Nutzung mit freundlicher Genehmigung
Sternbild Löwe
Das Sternbild Löwe mit seinem Hauptstern Regulus liegt sehr nahe an der Ekliptik.
Bild: © NASA
 

Autor

Christoph Lohuis ist 1. Vorsitzender des Astronomischen Vereins. Neben der Vorstandsarbeit schreibt er Berichte für Zeitungen und unsere Homepage.

E-Mail:   c.lohuis@avgb.de
 

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