Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Der Sternenhimmel im November

Was ist im Februar am Abend- und Nachthimmel zu sehen? In diesem Artikel stellen wir Ihnen die derzeit sichtbaren Sternbilder und Objekte vor.

Sternenhimmel

Für den Astronomen beginnt nun wieder die Zeit der langen Nächte. Das Dämmerungsende tritt in den nächsten Wochen bereits gegen 18:00 Uhr ein, was eine Differenz von fast zwei Stunden zum Vormonat darstellt. Wenn uns das Herbstwetter keinen Strich durch die Rechnung macht, können wir das große Herbstviereck am frühen Abend direkt im Meridian beobachten. Als Meridian bezeichnen Astronomen eine gedachte Linie vom Südhorizont über den Zenit (Punkt direkt über dem Beobachter) zum Nordhorizont.

In südliche Richtung erreichen alle Gestirne ihre höchste Position am Firmament, was sich bekanntlich besonders gut an unserer Sonne bestätigen läßt. Die Sternenkette der Andromeda, mit der bekannten Galaxie M31, die in den beiden Vormonaten besprochen wurde, erreicht in diesem Monat gegen 23:00 Uhr ihre höchste Position am Himmel. Tief im Osten kündigen Sterne wie Capella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Kastor und Pollux in den Zwillingen und Rigel im Orion den vor der Tür stehenden Winter an. Zum vollständigen Wintersechseck fehlen nur noch Sirius im Großen Hund und Prokyon im Kleinen Hund.

Wer unsere Monatstipps regelmäßig verfolgt, dem wird aufgefallen sein, dass im Laufe eines Jahres immer wieder von Sternschnuppenströmen gesprochen wird. Zuletzt waren in diesem Zusammenhang die Perseiden im August erwähnt worden. In diesem Monat sind die Leoniden zu beobachten. Ihr Name dürfte dem einen oder anderen noch aus den Vorjahren bekannt sein, wo sich viele Wissenschaftler und auch Laien einen "Sternschnuppenregen" erhofft haben. Leider blieb eine Meteoritenrate von über 10.000 pro Stunde aus. Denoch konnten auch in der Grafschaft Bentheim bis zu 1.000 Sternschnuppen in der Stunde gesichtet werden. Auch in diesem Jahr hoffen die Wissenschaftler wieder auf ein vermehrtes Auftreten von Sternschnuppen. Obwohl das Hauptmaximum von Europa aus nicht beobachtet werden kann, sollte mit etwas Glück und gutem Wetter auch in unseren Breiten die eine oder andere Sternschnuppen zu sehen sein. Besonders gute Beobachtungszeiten ergeben sich in der zweiten Nachthälfte. Eine Prognose über die Anzahl der Sternschnuppen kann auch diesmal nur unter Vorbehalt erstellt werden. Betreffend der Leoniden ist es für lange Zeit die letzte Chance, viele Sternschnuppen in kurzer Zeit zu beobachten. Schade das dieses Ereignis mitten in die Woche fällt.

Sternschnuppenströme entstehen, wenn die Erde bei ihrer Reise um die Sonne in ein Feld aus kleinen Brocken und Staubkörnern gerät, das durch einen Kometen entstanden ist. Im Fall der Leoniden liegt die Ursache im Komet 55P / Tempel Tuttle, der wie fast alle Kometen nach seinem Entdecker getauft wurde. Dieses Zusammentreffen hat zur Folge, dass beim Ausbruch der Leoniden im Jahr 1966 bis zu 150.000 Sternschnuppen pro Stunde gesichtet wurden. Das entspricht einer Zahl von 40 Meteore pro Sekunde (Sternschnuppe = Meteor)! Wer nun Lust bekommen hat sich Nachts mit eine Tasse Kaffee auf die Lauer zu legen, der sollte seine Beobachtungen auf die Nächte zwischen dem 14. und 21. legen, wobei das Maximum in der Nacht auf den 18. zu erwarten ist.

Neben Sternschnuppen können auch weitere astronomische Objekte beobachtet werden, die kleinen Teleskopen zugänglich sind. Besonders der Doppelsternhaufen "h und chi" im Perseus bietet einen faszinierenden Anblick im Teleskop. Es handelt sich bei diesem Objekt um eine Ansammlung von bis zu 300 Sternen, die in einem tatsächlichem räumlichen Bezug stehen. Dem gegenüber stehen sogenannte Kugelsternhaufen. Hier können sich bis zu 1 Millionen Sterne auf relativ engem Raum zusammen finden. Ein Beispiel dieser Objektkategorie ist M15 im Pegasus.

Himmelskarte
Himmelskarte mit den im Artikel beschriebenen Objekten
Bild: © Lars Naber, Auf Distanz, Nutzung mit freundlicher Genehmigung
Kugelsternhaufen M15
Der Kugelsternhaufen M15 ist leicht zu finden und ein reizvollen Objekt im Teleskop. Er ist ca. 34.000 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Bild: © NASA / The Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
 

Autor

Christoph Lohuis ist 1. Vorsitzender des Astronomischen Vereins. Neben der Vorstandsarbeit schreibt er Berichte für Zeitungen und unsere Homepage.

E-Mail:   c.lohuis@avgb.de
 

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