Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Der Sternenhimmel im Oktober

Was ist im Februar am Abend- und Nachthimmel zu sehen? In diesem Artikel stellen wir Ihnen die derzeit sichtbaren Sternbilder und Objekte vor.

Sternenhimmel

Wer in Richtung Westhorizont blickt, wird immer noch das bekannte Sommerdreieck erspähen. Dieses verabschiedet sich langsam aber sicher von der abendlichen Szenerie. Im südlichen Abschnitt des Firmamentes dominieren die Herbststernbilder. Dessen Sterne sind zwar nicht so prägnant wie die des Sommers, trotzdem beinhalten sie eine ganze Palette von interessanten Objekten.

Die markanteste Konstellation zu dieser Jahreszeit ist das große Herbstviereck, das auch beginnende Astronomen erkennen werden. Das Herbstviereck setzt sich primär aus dem Sternbild Pegasus, dem geflügeltem Pferd der griechischen Mythologie, zusammen. In östliche Richtung schließt sich die Sternenkette der Andromeda an, die der oberen, östlichen Seite des Herbstviereckes entspringt.

Oberhalb des mittleren Sternes der Andromeda findet der aufmerksame Beobachter unter guten Sichtbedingungen einen matten, nebligen Fleck. Es handelt sich hierbei um unsere Nachbargalaxie, Eine Ansammlung von mehr als 200 Milliarden Sternen! Dieses Objekt ist mit der Nummer 31 im Messierkatalog gekennzeichnet.

Der Messierkatalog wurde von Charles Messier, einem französischen Astronomen erstellt, indem dieser 110 Objekte katalogisierte. In der Umgangssprache wird M31 häufig als Andromedanebel bezeichnet. Dieser Name resultiert aus der Tatsache, dass sich die Galaxie anscheinend im Sternbild Andromeda befindet. In Wirklichkeit liegen beide Objekte nur in der gleichen Blickrichtung. Doch unser galaktischer Nachbar hat noch mehr zu bieten. Der Andromedanebel ist das weit entfernteste Objekt, das wir mit bloßem Auge sehen.

Um diese Entfernung beschreiben zu können, nutzen Astronomen das "Lichtjahr". Hierbei handelt es sich nicht um eine Zeitspanne, sondern um eine Stecke. Zur Erläuterung des Begriffes "Lichtjahr" ist es notwendig, sich diese Größe einmal vor Augen zu führen. Das Licht bewegt sich mit einer unvorstellbaren Geschwindigkeit von 300.000 Kilometer in der Sekunde.

Innerhalb einer Sekunde kann das Licht die Erde 7,5 mal umrunden. Zum Mond benötigt es lediglich 1,5 Sekunden. Die "Apollo-Astronauten" waren länger als drei Tage unterwegs. Mit dieser Geschwindigkeit reisen wir nun theoretisch zu unserer Nachbargalaxie (M31). Wie lange wären wir unterwegs? 2,3 Millionen Jahre! Drehen wir die Reise um. Das Licht vom Andromedanebel war 2,3 Millionen Jahre unterwegs, bis es an einem schönen Herbstabend in die Augen eines Beobachters fällt. Der Blick richtet sich somit 2,3 Millionen Jahre in die Vergangenheit. Zu diesem Zeitpunkt versuchten die ersten Menschen gerade aufrecht zu laufen. Eine faszinierende Vorstellung!

Im folgenden sollen die lange nicht mehr erwähnten zirkumpolaren Sternbilder wieder Erwähnung finden. Das Bekannteste von ihnen, der Große Bär, erreicht in diesem Monat seine untere Kulmination. Dieser Fachbegriff bedeutet lediglich, dass der Große Bär derzeit tief über dem nördlichen Horizont steht. Trotz dieser "schlechten" Beobachtungsposition ist der Große Wagen, der ein Bestandteil des Großen Bären darstellt, auch für den Laien einfach über dem Nordhorizont zu erkennen. Wer den Großen Wagen identifiziert hat, kann diesen hervorragend als Wegweiser zum Polarstern und somit zum Kleinen Bären nutzen.

Wird der Abstand der hinteren beiden Kastensterne um das fünffache verlängert, liegt der Polarstern auf dieser Geraden. Dieser wird auch als Nordstern bezeichnet. Der Polarstern ist insofern von Interesse, da dieser relativ genau den Himmelsnordpol markiert. Zu Beginn der Schifffahrt wurde dieser Stern zu Identifizierung der Himmelsrichtung "Nord" genutzt. Ein Lot vom Polarstern zum Horizont zeigte die Himmelsrichtung an.

Himmelskarte
Himmelskarte mit den im Artikel beschriebenen Objekten
Bild: © Lars Naber, Auf Distanz, Nutzung mit freundlicher Genehmigung
Galaxie M31
Die Galaxie M31, auch als Andromeda-Galaxie bekannt, ist ca. 2,5 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und kann bei guter Sicht mit dem bloßen Auge erkannt werden.
Bild: © John Lanoue
 

Autor

Christoph Lohuis ist 1. Vorsitzender des Astronomischen Vereins. Neben der Vorstandsarbeit schreibt er Berichte für Zeitungen und unsere Homepage.

E-Mail:   c.lohuis@avgb.de
 

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