Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Der Sternenhimmel im September

Was ist im Februar am Abend- und Nachthimmel zu sehen? In diesem Artikel stellen wir Ihnen die derzeit sichtbaren Sternbilder und Objekte vor.

Sternenhimmel

Langsam aber sicher verabschiedet sich der diesjährige Sommer. Die Dunkelheit setzt deutlich früher ein und die Sonnenkraft verliert merklich an Intensität. Ein Blick zum Firmament lässt dennoch ein Stück Sommergefühl aufkommen, da die markanten Sternbilder dieser Jahrzeit (und das Sommerdreieck) immer noch eine dominante Position am abendlichen Himmel einnehmen.

Durch die früher einsetzende Dunkelheit lassen sich alle Sternbilder der Sommermonate leicht in den Abendstunden beobachten und Wartezeiten bis weit nach Mitternacht gehören der Vergangenheit an.

Wer den Rest eines sterbenden Sternes (Ringnebel), eine astronomisch große "Neonröhre" (Nordamerikanebel) sowie den Doppelstern Albireo im Schwan beobachten möchte, sollte noch die folgenden Wochen nutzen. Östlich dieser Sternbilder und Objekte sind bereits das geflügelte Pferd Pegasus sowie die Sternenkette der Andromeda zu sehen, welche als Vorboten des Herbstes gelten.

Ein interessantes Objekt befindet mit "h und chi" derzeit fast im Zenit (Punkt direkt über dem Beobachter). Es befindet sich anscheinend zwischen den Sternbildern Kassiopeia ("Himmels-W") und Perseus. Obwohl dieser doppelte, offene Sternhaufen bereits mit bloßem Auge zu sehen ist, zeigt er erst mit einem Fernglas oder kleinem Fernrohr seine volle Pracht. Die Vielzahl der Sterne glitzern dem Beobachter wie Diamanten entgegen. Wie alle mit bloßem Auge sichtbaren Sterne gehören auch diese zu unserer Galaxie - der Milchstraße. Im Fall eines offenen Sternhaufens stehen diese Sterne aber in einem tatsächlichen räumlichen Bezug zueinander, wie die Häuser einer Stadt.

Für erste Beobachtungen mit dem neuen Fernrohr empfiehlt sich der Mond. Kein anderes Objekt ist derart leicht zu beobachten und zeigt diese Detailfülle. Mit bloßem Auge sind auf dessen Oberfläche so viele Details auszumachen, wie ein Fernrohr auf Planeten zeigt - eine gute Übung für spätere Beobachtungen mit Teleskopen.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass Teleskop der Fachausdruck für Fernrohr ist. Fast Jedem fallen sofort die dunklen Gebiete auf der Mondoberfläche auf. Hierbei handelt es sich um Mondmeere, die aber niemals mit Wasser gefüllt waren. Lava aus dem Inneren erhärtete sich auf der Oberfläche und ist heute als dunkle Fläche zu erkennen. An den Rändern der Mondmeere befinden sich häufig hohe Gebirgszüge, für dessen Beobachtung hingegen ein Teleskop notwendig ist.

Mit einem Fernglas eröffnet sich bereits die Welt der Krater. Ideal sind diese an der Tag-/Nachtgrenze (Terminator) zu erkennen. Krater entstehen, wenn "Brocken" aus Gestein und/oder Metall die Oberfläche treffen und ein "Loch" in diese schlagen. In einem größeren Teleskop und höheren Vergrößerungen bekommt der Beobachter fast den Eindruck, über dessen Oberfläche zu schweben. Günstige Beobachtungstermine sind einige Tage vor und nach Halbmond.

Interessant ist das Gebiet um das Mare Imbrium. Die Gebirge der Mondalpen, Mondappenien sowie des Mondkaukasus umschließen dieses östlich. Die Mondalpen besitzen eine Länge von etwa 250 Kilometer und weisen eine Höhe von 1.800 bis 2.400 Meter auf. Bei entsprechendem Sonnenstand können Schatten der Berge beobachtet werden, welche sich mehrere dutzend Kilometer ins Mare Imbrium erstrecken - eine faszinierende Beobachtung. Inmitten der Mondalpen befindet sich eine Art "Schneise" das Alpental, welches auch in kleinen Fernrohren sichtbar ist.

Mit größeren Instrumenten, guten Bedingungen und zu bestimmten Zeitpunkten kann die Alpenrille in dieser Schneise erkannt werden. Eine Rille mit nur einem Kilometer Durchmesser. Bei einer durchschnittlichen Entfernung des Mondes von 384.000 km eine interessante Vorstellung. Im Südwesten des Mare Tranquillitatis haben im Jahr 1969 zum ersten Mal Menschen einen anderen Himmelskörper betreten. Natürlich sind "Überbleibsel" der Landestelle nicht im Teleskop zu sehen, doch eine fantastische Vorstellung, den Ort im Fernrohr live vor Augen zu haben, an dem einst Neil Armstrong und Edwin "Buzz" Aldrin (als zweiter Mensch) auf dem Mond standen.

Himmelskarte
Himmelskarte mit den im Artikel beschriebenen Objekten
Bild: © Lars Naber, Auf Distanz, Nutzung mit freundlicher Genehmigung
Offene Sternhaufen h und Chi Persei
Die nahe beieinander liegenden offenen Sternhaufen h und Chi (NGC 869 und NGC 884) Persei kann man schon mit dem bloßem Auge wahrnehmen.
Bild: © Public Domain
 

Autor

Christoph Lohuis ist 1. Vorsitzender des Astronomischen Vereins. Neben der Vorstandsarbeit schreibt er Berichte für Zeitungen und unsere Homepage.

E-Mail:   c.lohuis@avgb.de
 

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