Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Der 12. PaS in der Sternwarte Neuenhaus: "To be, or not to be, that is the question" von Spikes und Frikadellen

Artikel vom 21.10.2015

Lehrreiche Vorträge, interessante Gespräche, der Ausbau von Netzwerken und vor allem eine ganz besondere Rückkehr machten den 12. Praktischen astronomischen Samstag zu einer lohneswerten Veranstaltung.

Nach langer Abstinenz hatte das Warten endlich ein Ende und nicht zu übersehen lagen sie da - Frikadellen. Warum dieses Vorgeplänkel? Ganz einfach, ein wacher Geist hat einen satten Körper zur Grundlage und so gestärkt konnten alle Gäste in das Vortragsprogramm eintauchen, bei dem gelacht, gestaunt und intensiv diskutiert wurde.

Mit Albert van Duin, Hans Schudy und Thomas Büring nahmen sich gleich drei Referenten der Fotografie des gestirnten Himmels an. Langjährige Fotografieerfahrungen, Selbstbauqualitäten, worüber die meisten nur staunen konnten, und Fotografien, über deren Qualität es keine zwei Meinungen gab, beeindruckten den geneigten Zuhörer oder in diesem Fall besser "Zuseher". Manchmal steckt das Spannende aber im Detail oder anders formuliert in den Spikes. Legen sich einige Astrofotografen eine entsprechende Vorrichtung vor die sündhaft teure Optik eines Apochromaten, um Spikes entstehen zu lassen, bauen sich andere wiederum kreisförmig angelegte Halterungen am Fangspiegel des Newtons, um genau diese zu vermeiden. Um es für alle nicht Anwesenden mit Spocks-Worten zu umreißen, faszinierend, diese Diskussion.

Christoph Lohuis stellte eine Vielzahl von Möglichkeiten vor, wie Astronomie in der Schule integriert werden kann. Von KinderAkademien im Kloster, über das Verfassen astronomischer Bücher, begehbare 3 D-Sternenmodelle oder den Bau eines Wetterballons, welcher Daten und Filmmaterial aus der Stratosphäre lieferte, zeigten seine Schüler im letzten Schuljahr eindrucksvolle Leistungen. Auch das Zusammenführen von Literaturunterricht oder Schwimmbahnen im Hallenbad mit dem Themenfeld Astronomie ist nägerliegend als mancher glaubt. Der Referent sowie die Sternwarte Neuenhaus bauen im Rahmen von Bildungsarbeit aktuell ein Netzwerk auf.

In diesem Kontext reihte sich auch der Vortrag von Romke Schievink ein, der das Projekt "Remote-Sternwarte" auf dem Schöppinger Berg vorstellte, was bei allen Zuhörern auf großes Interesse stieß. Neben dem aktuellen Stand sowie den Zielen des Projektes ging es darum, ein Netzwerk aufzubauen, um vor allem die (wissenschaftliche) Auswertung der möglichen Daten einem breiten Spektrum interessierter Personen näher zu bringen. Mit der Sternwarte Neuenhaus sind in diesem Zusammenhang ebenfalls erste Ideen entstanden.

Frederik Wanink nahm, im wahrsten Sinne des Wortes, Doppelsterne in den Fokus. Seit einem Jahr beschäftigt sich der Referent tiefergehend mit der Beobachtung dieser Objekte und stellte auf anschauliche Art und Weise die wichtigsten Aspekte dar.

Joachim Lindner nahm die Besucher auf seine bekannt fesselnde sowie lehrreiche Art und Weise mit auf einen spannenden Weg - Quo vadis Stern? Ausgehend von der uns allen bekannten einen Sonnenmasse wurde deutlich, dass auch Sterne mit dem JoJo-Effekt zu kämpfen haben.

Uwe Dulle erläuterte, wie der "Krabbennebel", oder war es doch der "Krebsnebel" zu seinem Namen kam. Der Zuhörer wurde hierbei historisch und geografisch entführt und war beindruckt, welche Symbiose mächtiges Mauerwerk und feinste Optik eingehen können. Neben der geschichtlichen Einordnung und den Zeichnungen waren insbesondere Fotografien interessant, die der Referent vor Ort erstellte.

Im letzten Vortrag des Tages war mit Jürgen Morawietz eine weitere Instanz und Mitbegründer des PaS am Start. Neben Berichten und Entwicklungen aus der professionellen Radioastronomie steht bei Jürgen immer wieder der Amateurastronom im Fokus und wie dieser, auch mit schmalem Budget, interessante Ergebnisse erzielen kann. Zufällig flog während des Vortrages die ISS nahe dem Zenit vorbei und live konnten Datenpakete von der Raumstation empfangen werden.

Ach ja, der 13. PaS findet, wie immer am dritten Samstag im Oktober statt, und somit im kommenden Jahr am 15. Oktober 2016. Vorträge werden wie immer gesucht, das Buffet steht, die Frikadellen und das neue Planetarium sind hoffentlich mit dabei - bis zum kommenden Jahr!

Vortrag von Romke Schievink
Romke Schievink berichtete über das Projekt "Remote-Sternwarte" auf dem Schöppinger Berg.
Angeregte Diskussionen
Auch beim 12. PaS gab es wieder angeregte Diskussionen.
Jürgen Morawietz
Jürgen Morawietz berichtete über Entwicklungen aus der professionellen Radioastronomie und zeigte den Datenempfang von der ISS.
Das Buffet beim 12. PaS
Immer gut gefüllt - das Buffet
Referenten des 12. PaS
Gruppenbild der Referenten des 12. PaS