Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Mondfinsternis in der Nacht vom 20. auf den 21. Januar 2019

Artikel vom 05.01.2019

Finsternisse haben die Menschen schon immer in ihren Bann gezogen und sind auch in unserer modernen Zeit ein faszinierendes Himmelsschauspiel. Bereits zu Beginn des neuen Jahres am 21. Januar erwartet uns dieses faszinierende Himmelsschauspiel.

Der Mond hat eine besondere Ausstrahlung auf die Menschen. Besonders der Vollmond wirkt majestätisch, wenn er den nächtlichen Himmel dominiert. Dieser Reiz wird nochmals erhöht, wenn sich der Mond während einer Finsternis verdunkelt. Obgleich des faszinierenden Anblicks einer Mondfinsternis ist dessen Entstehung leicht zu erklären. Die Berechnung von Mondfinsternissen war bereits in der Antike möglich und heute bestimmen Astronomen den Beginn sowie das Ende auf Bruchteile einer Sekunde genau. Die Positionen von Sonne, Erde und Mond spielen bei der Entstehung die entscheidende Rolle. Die Erde umkreist mit dem Mond die Sonne, wobei der Erdtrabant wiederum die Erde umrundet. Für eine Mondfinsternis muss sich die Erde direkt zwischen Sonne und Mond befinden, wobei letzterer in den Erdschatten eintaucht und kein Licht von der Sonne erhält. Das Resultat ist eine Verfinsterung des Mondes. In der beschriebenen Konstellation von Sonne, Erde und Mond befindet sich der Mond in seiner Vollmondstellung. Nur während eines Vollmondes kann eine Mondfinsternis entstehen. Niemals kann sich der Halbmond oder die Mondsichel verfinstern. Da der Mond etwa einen Monat benötigt, um die Erde zu umkreisen, wird häufig die Frage gestellt, aus welchem Grund nicht zu jedem Vollmondtermin eine Mondfinsternis zu beobachten ist. Die Erklärung, Erde und Mond befinden sich nicht in der identischen Ebene oder anders ausgedrückt, meistens läuft der Mond ober- oder unterhalb des Erdschattens vorbei und wird nicht verfinstert. Wie beschrieben, konnten die Menschen in der Antike bereits Mondfinsternisse vorhersagen. Parallel nutzen sie dieses Ereignis, um die Kugelform der Erde zu beweisen. Diese Tatsache beschrieb schon Aristoteles im 4. Jahrhundert vor Chr. Während der Finsternis kann der Erdschatten auf der Mondoberfläche beobachtet werden. Wer genau hinsieht, erkennt, dass der Schatten eine dezent rundliche Form besitzt.

 

In der Nacht vom 20. auf den 21. Januar kann bereits zu Beginn des neuen Jahres eine totale Mondfinsternis beobachtet werden. Im Gegensatz zur Finsternis im Juli des letzten Jahres, die bei wunderbarsten Sommerwetter, am Wochenende sowie in den Abendstunden stattfand, wird der interessierte Beobachter sich im Januar bei kalten Temperaturen und in den frühen Morgenstunden vor die Haustür begeben müssen. Der Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde erfolgt um 4.34Uhr. Die totale Phase dauert von 5.41Uhr bis 6.44Uhr, in der unser Erdtrabant nicht vollständig verschwindet, sondern in einem rötlich brauen Ton am Firmament stehen wird. Der Mond verlässt den Kernschatten um 7.51Uhr, womit der eigentlich sichtbare Teil der Finsternis beendet ist. Bei gutem Wetter ergibt sich somit die eine oder andere Möglichkeit dieses faszinierende Himmelsschauspiel vor der Arbeit erspähen zu können.

Mondfinsternis
Mondfinsternis
Bild: © Christoph Lohuis
Mondfinsternis
Mondfinsternis, der Mond ist teilweise vom Kernschatten der Erde verdunkelt
Bild: © Christoph Lohuis
 

Autor

Christoph Lohuis ist 1. Vorsitzender des Astronomischen Vereins. Neben der Vorstandsarbeit schreibt er Berichte für Zeitungen und unsere Homepage.

E-Mail:   c.lohuis@avgb.de
 

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