Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Rückblick auf den Vortrag "Wem gehörte die Himmelsscheibe von Nebra?"

Artikel vom 03.11.2010

Am 26. Oktober 2010 veranstalteten der Bronzezeithof Uelsen und der Astronomische Verein der Grafschaft Bentheim e. V. im Foyer der Volksbank Niedergrafschaft in Uelsen einen Vortrag über die Himmelsscheibe von Nebra.

Die Himmelsscheibe von Nebra ist für vielerlei Interessierte ein spannendes Thema. Ob Archäologen, Historiker, oder Astronomen; für viele bietet die Himmelsscheibe eine spannende Forschungsthematik.

Aber wem gehörte die Himmelsscheibe von Nebra?

Unter diesem Aspekt veranstalteten der Bronzezeithof Uelsen und der Astronomische Verein der Grafschaft Bentheim e. V. am 26. Oktober 2010 einen Vortrag im Foyer der Volksbank Niedergrafschaft in Uelsen.

Dr. Bernd Zich referierte über seine Forschungsarbeiten und dessen Ergebnisse unter archäologischem Aspekt. Im voll besetzten Vortragsraum hatten die Gäste die Möglichkeiten nicht nur etwas über die Himmelsscheibe zur erfahren sondern auch etwas über den archäologischen Hintergrund der Fundregion Nebra. Erwähnenswert ist, dass Dr. Zich erörterte, dass die Himmelscheibe heute dem Volk gehöre. Das Landesmuseum fühle sich nur die Aufbewahrung des Exponates verantwortlich.

Nach einer kurzen Vorstellung des Referenten und seinem beruflichen Werdegang nahm Dr. Zich die Gäste mit auf eine Reise in die Zeit vor circa 4.000 Jahren. Um zu klären wem die Himmelsscheibe gehörte, musste zuerst einmal geklärt werden, welche Volksstämme zu dieser Zeit in der Region um Nebra lebten. Hierzu wurden umfangreiche Ausgrabungen rund um den Mittelberg am Rande des Harz vorgenommen. Hierbei kristallisierte sich heraus, dass die damalige Kulturlandschaft von der Unstrut und den regionalen Bergen getrennt waren. Anhand von Grabbeigaben konnten hier diverse Kulturlandschaften differenziert werden.

Die über die Jahre hinweg vorgenommenen wissenschaftlichen Untersuchungen der Himmelsscheibe zeigten, dass sich diese nicht von Anfang an in ihrem heutigen Zustand befunden hat. Insgesamt konnte man der Scheibe fünf Entwicklungs- Veränderungsphasen nachweisen. Dies deutet darauf hin, dass die Himmelsscheibe über mehrere Generationen in dieser Region in Gebrauch war.

Aufgrund der wissenschaftlichen Untersuchungen und der Ausgrabungen war es möglich, die Himmelsscheibe zu guter Letzt einem geografischen Ort zu zu ordnen. Von diesem Ort aus war es möglich, den gesamten "Herrschaftsbereich" eines Stammes zu überblicken und nur an diesem Ort war die Funktion der Himmelsscheibe gewährleistet. So war es möglich, die Himmelsscheibe einem kulturellen Stamm aus der Region zu zu ordnen.

Interessant bleibt jedoch, dass die Himmelsscheibe von Nebra nicht durch Archäologen gefunden wurde, sondern durch "Raubgräber". Erst über Umwege gelangte die Himmelsscheibe dann in das Landesmuseum für Vorgeschichte Sachsen-Anhalt. Ebenso war es erst möglich, den genauen Fundort fest zu stellen, nachdem sich einer der "Raubgräber" freiwillig gemeldet hatte, denn ausschließlich durch die Inspektion des Fundortes in Kombination mit der bei der Himmelsscheibe aufgefundenen Gegenstände war es möglich, die letzte Zeit der Nutzung (circa 1600 v. Chr.) zu datieren. Und zu dieser Zeit wurde die Himmelsscheibe vergraben um nach 3.600 Jahren erneut an das Tageslicht zu gelangen.

Im Anschluss an den Vortrag gab es noch einen Imbiss und die Möglichkeit mit Dr. Zich ins Gespräch zu kommen. So konnten auch unbeantwortete Fragen noch erläutert werden. So gab es die Möglichkeit den Abend bei Imbiss und Getränken im gemütlichen Gespräch ausklingen zu lassen.

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Die Himmelsscheibe von Nebra stammt aus der Bronzezeit und wurde am 4. Juli 1999 nahe der Stadt Nebra gefunden.
Bild: © Dbachmann (Creative Commons)
Vortrag
Dr. Zich referiert über die Frage "Wem gehörte die Himmelsscheibe von Nebra"?
Bild: © Frits van Beest
Gespräche im Foyer
Im Anschluss an den Vortrag wurden im Foyer noch viele Gespräche über zum Thema geführt.
Bild: © Frits van Beest
 

Autor

Thorsten Lohuis ist Schriftführer des Astronomischen Vereins.
Neben der Vorstandsarbeit schreibt er Berichte für unsere Homepage.

E-Mail:   t.lohuis@avgb.de
 

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