Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Themenabend zur Mondfinsternis am 15.06.2011

Artikel vom 14.06.2011

Am 15.06.2011 findet eine totale Mondfinsternis statt. Der Artikel beleuchtet die Hintergründe, wie eine Mondfinsternis entsteht. Außerdem bietet die Sternwarte Neuenhaus ein spezielles Mondfinsternisprogramm.

Am Abend des 15. Juni 2011 wird sich der Erdtrabant langsam in den Schatten der Erde schieben und sich verdunkeln. Nicht nur für Amateurastronomen ist das kosmische Himmelsschauspiel ein besonderes Ereignis. Auch Personen ohne astronomisches Vorwissen können die Verfinsterung ohne optische Hilfsmittel verfolgen. Insbesondere Sonnen- und Mondfinsternisse ziehen auch in unserer modernen Zeit noch viele Menschen in ihren Bann. Meistens steht der Mond majestätisch am Firmament und wirkt auf viele Menschen "unantastbar", verdunkelt sich dieser während einer Finsternis ohne erkennbaren Grund. Aus diesem Aspekt geht wahrscheinlich die Faszination von Finsternissen hervor.

Obgleich des faszinierenden Anblicks einer Sonnen- oder Mondfinsternis ist dessen Entstehung leicht zu erklären. Bereits die alten Griechen konnten Ereignisse dieser Art voraussagen und heute bestimmen Astronomen den Beginn sowie das Ende auf Bruchteile einer Sekunde genau. Die Positionen von Sonne, Erde und Mond spielen in diesem Zusammenhang die entscheidende Rolle. Die Erde umkreist mit dem Mond die Sonne, wobei der Erdtrabant wiederum die Erde umrundet. Es ist leicht ersichtlich das bei diesen Bewegungsabläufen unterschiedlichste Konstellationen eintreten können. Für eine Mondfinsternis muss sich die Erde direkt zwischen Sonne und Mond befinden, wobei letzterer in den Erdschatten eintaucht und kein Licht von der Sonne erhält. Das Resultat ist eine Verfinsterung des Mondes.

In der beschriebenen Konstellation Sonne, Erde und Mond befindet sich der Mond in seiner Vollmondstellung. Nur während eines Vollmondes kann eine Mondfinsternis entstehen. Niemals kann sich der Halbmond oder die Mondsichel verfinstern! Da der Mond etwa einen Monat benötigt um die Erde zu umkreisen stellt sich die berechtigte Frage, warum nicht zu jedem Vollmondtermin eine Mondfinsternis zu beobachten ist. Der Grund ist einfach: Erde und Mond befinden sich nicht in der selben Ebene. Oder anders ausgedrückt, meistens läuft der Mond ober- oder unterhalb des Erdschattens und wird nicht verfinstert.

Wie beschrieben konnten bereits die alten Griechen Mondfinsternisse vorhersagen. Parallel nutzen sie dieses Ereignis um die Kugelform der Erde zu beweisen. Diese Tatsache beschrieb schon Aristoteles im 4. Jahrhundert vor Chr. Während der Finsternis kann der Erdschatten auf der Mondoberfläche beobachtet werden. Wer genau hinsieht erkennt, dass der Schatten eine dezent rundliche Form besitzt.

Die Finsternis beginnt um 19:23 Uhr mit dem Eintritt in den Halbschatten. Dieses Ereignis ist in der Regel nicht zu beobachten. Erst um 20:23 Uhr berührt der Mond den Kernschatten und eine deutliche Verdunklung am Rand ist zu erkennen. Die Mitte der Finsternis ist um 22:13 Uhr erreicht, wobei der Mond nicht vollständig verdunkelt am Himmel steht. Meistens zeigt sich der Erdtrabant in einem rötlich, braunen Farbton. Der Grund ist in der irdischen Atmosphäre zu finden. Auf der Tagseite trifft das Sonnenlicht auf die Atmosphäre der Erde. Ein Teil des Lichtes wird absorbiert, ein anderer gestreut. Der rote Anteil des Lichtes kann zum Teil die Erde in der Atmosphäre "umrunden" und wird auf der Nachtseite wieder "abgegeben". Dieses Licht kann den Mond erreichen, wodurch dieser entsprechend in einem rötlich, braunen Farbton erscheint. Ist die Atmosphäre stark verschmutzt, zum Beispiel während eines großen Vulkanausbruches, wird ein größerer Teil des Lichtes absorbiert, was die Finsternis dunklerer erscheinen lässt. Um 23:03 Uhr endet die Totalität und die zweite partielle Phase beginnt. Das Ende der Finsternis ist um 01:02 Uhr erreicht. Durch die spät einsetzende Dunkelheit werden sich bei gutem Wetter ab ca. 22:30 Uhr / 23:00 Uhr gute Beobachtungsbedingungen ergeben.

Besonders in der partiellen Phase, also zu dem Zeitpunkt, wo der Mond nur teilweise verfinstert ist, können mit einfachen Spiegelreflexkameras wunderschöne fotografische Ergebnisse erzielt werden. Mit einem 300 mm - 1.000 mm-Objektiv kann dieser Teil der Mondfinsternis mit relativ kurzen Belichtungszeiten, die zwischen 1/125 Sekunde und 1 Sekunde liegen, festgehalten werden. Für die Zukunft eine schöne Erinnerung an dieses kosmische Himmelsschauspiel.

Zu diesem besonderen Ereignis bietet die Sternwarte Neuenhaus zwischen 20:00 Uhr und 22:00 Uhr ein spezielles Programm rund um den Mond an. Neben allgemeinverständlichen Erläuterungen zur Entstehung von Mondfinsternissen, gibt es interessante Informationen rund um den Erdtrabanten. Weitere Informationen zur Sternwarte Neuenhaus und Mondfinsternis sind unter der Telefonnummer 05941/990904 und via E-Mail unter "info@avgb.de" in Erfahrung zu bringen. Eine Anmeldung ist wie jeden Mittwoch nicht erforderlich.

Mondfinsternis
Mondfinsternis, der Mond ist teilweise vom Kernschatten der Erde verdunkelt
Bild: © Christoph Lohuis

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