Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Verdunkelte Sonne über der Grafschaft Bentheim (März 2015)

Artikel vom 16.03.2015

Sternwarte Neuenhaus bietet Themenabend zur kommenden Sonnenfinsternis

Lange Zeit ging von einer Sonnenfinsternis Angst und Schrecken aus. Tiere brachen in Panik aus und viele Menschen dachten an die Apokalypse. Heute können Astronomen Sonnenfinsternisse auf die Sekunde genau vorausberechnen und dennoch bleibt dieses Ereignis eines der faszinierendsten Schauspiele am Firmament. Am 20. März ist es in der Grafschaft Bentheim wieder soweit. Auch wenn sich die Sonne nur teilweise verfinstert und eine Helligkeitsabnahme in den Bereich des Gefühlten fällt, wird etwas Besonderes geboten.

Früher glaubten die Menschen, ein großer Drache würde die Sonne verschlingen und wenige Minuten später wieder ausspucken. Mit viel Lärm erschrak man den Drachen, so dass dieser die Sonne nach kurzer Zeit wieder freigab. Trotz des großen Erfolges der Menschheit über den Drachen, wurde diese Idee der Entstehung einer Sonnenfinsternis bald revidiert. Schon früh viel den Astronomen auf, dass der Mond bei keiner Sonnenfinsternis am Firmament stand. Auch wenn es auf den ersten Blick paradox erscheinen mag, diese Beobachtung brachte die Wissenschaftler auf die richtige Idee, dass unserem Erdtrabanten eine entscheidende Rolle zukommt.

Heute ist bekannt, dass sich der Mond innerhalb von 29 Tagen einmal um die Erde dreht. Es ist leicht ersichtlich, dass es einmal in diesem Zeitraum zu einer Konstellation kommen muss, in der Sonne, Mond und Erde auf einer Linie stehen. Wir haben Neumond und unser Erdtrabant kann nicht gesehen werden, da er der Erde die unbeleuchtete Seite zuwendet. Zu diesem Zeitpunkt besteht auch die Möglichkeit, dass sich der Mond vor die Sonnenscheibe schiebt und wir eine Sonnenfinsternis beobachten können. Bedingt durch die Tatsache, dass der Mond die Erde in einer Schräglage umrundet, wandert dieser meistens über oder unter der gedachten Linie Erde - Sonne und ist am Himmel nicht zu sehen. Nur dann, wenn der Mond auch die Linie Erde-Sonne kreuzt, kann er seinen Schatten auf die Erde werfen. Wird die Sonne vollständig bedeckt, spricht man von einer totalen Sonnenfinsternis, was für einen bestimmten Ort auf der Erde sehr selten vorkommt. Wird lediglich ein Teil der Sonne bedeckt, wird eine partielle Sonnenfinsternis sichtbar, die uns auch am 20. März erwartet. Der Mond wird die Sonnenscheibe von der Grafschaft Bentheim aus betrachtet um 9:29 Uhr berühren, womit die Sonnenfinsternis beginnt. Das Maximum erfolgt um 10:37 Uhr, wobei etwas mehr als 80% der Sonnenscheibe bedeckt sein werden. Das Ende der Finsternis erfolgt um 11:48 Uhr.

Interessant ist auch die Frage, wie der kleine Erdmond die Sonne mit einem Durchmesser von 1,3 Millionen Kilometer überhaupt abdecken kann. Die Sonne ist, wie die meisten wohl wissen, um ein Vielfaches größer als der Mond und zwar genau 400 mal. Der Mond ist der Erde aber auch 400 mal näher als die Sonne, was zur Folge hat, dass beide Gestirne gleich groß am Firmament erscheinen. Diesem Umstand verdankt es die Menschheit, dass hin und wieder dieses einmalige Himmelsschauspiel zu beobachten ist.

Unbedingt ist bei der Beobachtung aus Sicherheit zu achten. Ein Blick ohne Schutzmaßnahmen durch ein Fernglas, Teleskop oder Fotoapparat führt innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde zur Erblindung. Auch die ungeschützte Beobachtung mit dem bloßem Auge führt gesundheitliche Schäden am Auge mit sich. Am einfachsten ist der Erwerb einer sogenannten Sonnenfinsternisbrille, die man für ca. 3 Euro erwerben kann und die Beobachtung der Sonnenfinsternis erlaubt.

Genauere Informationen zur kommenden Sonnenfinsternis bietet die Sternwarte Neuenhaus am Mittwoch, den 18. März ab 20:00 Uhr mit einem Themenabend "Wenn sich die Sonne verdunkelt". Um eine Anmeldung wird unter der Telefonnummer 05941/990904 gebeten.

Sonnenfinsternis
partielle Sonnenfinsternis am 1. August 2008, aufgenommen in der Sternwarte Neuenhaus
Bild: © Christoph Lohuis
Partielle Sonnenfinsternis über Neuenhaus
Aufnahme der teilweise verfinsterten Sonne bei der partiellen Sonnenfinsternis am Morgen des 4. Januar 2011, die Aufnahme wurde in der Sternwarte Neuenhaus gewonnen.
Bild: © Christoph Lohuis