Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Wenn sich der Mond verfinstert - Totale Mondfinsternis

Artikel vom 21.09.2015

Die kommende Mondfinsternis könnte von der Uhrzeit nicht viel ungünstiger liegen. Sie wird aus Mitteleuropa aber eine der letzten totalen Mondfinsternisse für viele Jahre sein, so dass sich ein sehr frühes Aufstehen bei gutem Wetter lohnt. Der Astronomische Verein informiert auf einem Themenabend am 23. September 2015.

Am 28. September 2015 wird sich ab etwa zwei Uhr nachts der Mond langsam in den Schatten der Erde schieben und sich für knapp ganz 1 1/4 Stunden verdunkeln. Finsternisse haben die Menschen schon immer in ihren Bann gezogen und sind auch in unserer modernen Zeit ein faszinierendes Erlebnis. Darüber hinaus sind sie ohne Vorwissen und optische Hilfsmittel leicht zu beobachten.

Obgleich des faszinierenden Anblicks einer Mondfinsternis ist die Entstehung leicht zu erklären. Bereits im Altertum konnten einige Kulturen diese Ereignisse recht genau voraussagen. Heute bestimmen Astronomen den Beginn sowie das Ende einer Finsternis auf Bruchteile einer Sekunde genau. Die Positionen von Sonne, Erde und Mond spielen in diesem Zusammenhang die entscheidende Rolle. Die Erde umkreist mit dem Mond die Sonne, wobei der Erdtrabant wiederum die Erde umrundet. Es ist leicht ersichtlich, dass bei diesen Bewegungsabläufen unterschiedlichste Konstellationen eintreten können. Für eine Mondfinsternis muss sich die Erde direkt zwischen Sonne und Mond befinden, wobei der Mond in den Erdschatten eintaucht und kein Licht von der Sonne erhält. Das Resultat ist die Verfinsterung des Mondes. In der beschriebenen Konstellation Sonne, Erde und Mond befindet sich der Mond in seiner Vollmondstellung. Nur während eines Vollmondes kann somit eine Mondfinsternis entstehen. Niemals kann sich der Halbmond oder die Mondsichel verfinstern. Da der Mond etwa einen Monat benötigt um die Erde zu umkreisen, stellt sich die Frage, warum nicht zu jedem Vollmondtermin eine Mondfinsternis eintritt. Der Grund ist einfach. Erde, Sonne und Mond befinden sich nicht immer in der selben Ebene. Oder anders ausgedrückt, meistens läuft der Mond ober- oder unterhalb des Erdschattens vorbei und wird nicht verfinstert.

Die kommende Finsternis beginnt um kurz nach zwei Uhr mit dem Eintritt in den Halbschatten. Dieses Ereignis ist in der Regel mit bloßem Auge nicht zu beobachten. Erst um kurz nach drei berührt der Mond den Kernschatten und eine deutliche Verdunklung am Rand wird erkennbar. Die Mitte der Finsternis ist um 4:47 Uhr erreicht, wobei der Mond nicht vollständig verdunkelt am Himmel steht. Meistens zeigt sich der Erdtrabant in einem rötlich, braunen Farbton. Der Grund ist in der irdischen Atmosphäre zu finden. Auf der Tagseite trifft das Sonnenlicht auf die Atmosphäre der Erde. Ein Teil des Lichtes wird absorbiert, ein anderer gestreut. Der rote Anteil des Lichtes kann zum Teil die Erde in der Atmosphäre "umrunden" und wird auf der Nachtseite wieder "abgegeben". Dieses Licht kann den Mond erreichen, wodurch dieser entsprechend in einem rötlich, braunen Farbton erscheint. Ist die Atmosphäre stark verschmutzt, zum Beispiel während eines großen Vulkanausbruches, wird ein größerer Teil des Lichtes absorbiert, was die Finsternis dunklerer erscheinen lässt. Um 5:24 Uhr endet die Totalität und die zweite partielle Phase beginnt. Das Ende der Finsternis ist um 7:24 Uhr erreicht.

Zu diesem besonderen Ereignis bietet die Sternwarte Neuenhaus im Vorfeld der Mondfinsternis am 23. September zwischen 20:00 Uhr uns 22:00 Uhr ein spezielles Programm rund um den Erdtrabanten. Neben allgemeinverständlichen Erläuterungen zur Entstehung von Mondfinsternissen, gibt es interessante Informationen rund um den Erdtrabanten. Neben echtem Mondgestein wird bei gutem mit einer Vielzahl Teleskope der abendliche Himmel beobachtet. Weitere Informationen zur Sternwarte Neuenhaus und Mondfinsternis sind unter der Telefonnummer 05941-990904 und via E-Mail an "info@avgb.de" in Erfahrung zu bringen. Um eine Voranmeldung wird gebeten.

teilweise verfinsterter Mond
Teilweise verfinsterter Mond bei der Mondfinsternis am 15.06.2011
Bild: © Christoph Lohuis
Mondfinsternis
Mondfinsternis
Bild: © Christoph Lohuis
 

Autor

Christoph Lohuis ist 1. Vorsitzender des Astronomischen Vereins. Neben der Vorstandsarbeit schreibt er Berichte für Zeitungen und unsere Homepage.

E-Mail:   c.lohuis@avgb.de
 

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