Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Zweite Kinderakademie im Kloster Frenswegen war wieder ein großer Erfolg

Artikel vom 11.07.2011

Vom 16. Juni bis zum 18. Juni 2011 trafen sich im Kloster Frenswegen Viert- bis Sechsklässler aus Grundschulen sowie Gymnasien der Grafschaft Bentheim zur zweiten Kinderakademie.

Realisiert wurde die Veranstaltung vom Kultusministerium Niedersachsen, der Landesschulbehörde sowie der Stiftung Kloster Frenswegen. Zusammen mit Pastor Werner Bergfried und Pastorin Christa Oelarius leitete Christoph Lohuis vom Lise Meitner Gymnasium Neuenhaus sowie der Sternwarte Neuenhaus den Workshop "Weltraum - Astronomiewerkstatt".

Christoph Lohuis erläuterte in diesem Zusammenhang: Die Kinderakademie ließ den Kindern Zeit und Freiräume, sich intensiv und eigenständig mit Themen der Astronomie auseinander zu setzen. Ein im Vorfeld durch die Kursleiter erstelltes Rahmenkonzept wurde am ersten Tag mit Fragen, Vorwissen und Betätigungsfeldern der Kinder gefüllt. In diesem Jahr standen die Sternbilder und Sterne im Mittelpunkt der Beschäftigung. Mit forschend-entwickelnden Konzepten erarbeiteten die Kinder Grundlegendes zu den Sternbildern, bauten drehbare Sternkarten und konzipierten einen "Großen Wagen" in 3 D, der am Abschlusstag geladenen Gästen präsentiert wurde.

Im Zuge des selbstständigen Arbeitens wurden neben dem Erwerb von Wissen auch soziale Fähigkeiten geschult, da die Planung und Durchführung der Arbeiten sowie der Präsentation zu einem Großteil bei den Kindern lag.

Am Freitagvormittag stand die Beobachtung und Fotografie der Sonne im Mittelpunkt. Hierzu wurde unser Zentralgestirn mit einem SolarScope (ein spezielles Sonnenfernrohr) ins Visier genommen. Parallel entstanden UFO-Bilder, die dokumentierten, wie schnell solche Täuschungen entstehen können und dann als Fälschungen in den Medien zu sehen sind. U. a. eine Kooperation mit dem Workshop "Lichtraum - Fotografiewerkstatt" ergab interessante Ergebnisse. Nachmittags stand der Besuch der Sternwarte und des Planetariums Neuenhaus auf dem Programm. Nachdem die kennen gelernten Sternbilder im Planetarium sicher wiedergefunden wurden, bauten die Kinder eine drehbare Sternkarten, mit der man die Sternbilder der nördlichen Hemisphäre zu jeder Uhr- und Jahreszeit wiederfinden kann. Im Anschluss nahmen die Kinder echte Sternschnuppen in die Hände und Mondgestein konnte betrachtet werden. So nah waren die Kinder dem Mond noch nie! Natürlich durfte auch ein Blick in die Beobachtungskuppel mit dem großen Teleskop nicht fehlen.

Die Beobachtung astronomischer Phänomene, daraus abgeleitete Hypothesen sowie Überlegungen und wie diese überprüft werden können, zeigen, dass bereits in diesem Alter wissenschaftspropädeutisches Arbeiten geübt werden kann. Der Große Wagen, ein Teil des Sternbildes Großer Bär (oder genauer Große Bärin), wurde als ein begehbares, dreidimensionales Modell nachgebaut. Das Modell veranschaulicht, dass Sternbilder lediglich unserer Vorstellung entspringen und es immer eine Frage der Perspektive ist, welche Figur wir am Firmament wahrnehmen. Von der Bühne der Kloster-Aula betrachtet, war eindeutig der Große Wagen zu identifizieren. Ging man der Konstellation entgegen, wurde schnell deutlich, dass sich die Figur verändert und die Sterne nicht zueinander gehören.

In der Abschlussveranstaltung würdigten eine Vielzahl Redner (Udo Tiemann - Landesschulbehörde, Heinz-Hermann Nordholt, Schulpastor und Vorstands-Vorsitzender der Stiftung Kloster sowie Landrat Friedrich Kethorn) das Engagement der Kinder, Kursleiter sowie der KinderAkademieleitung.

Gruppenbild
Gruppenbild von der 2. Kinderakademie
Aula
Aula, im Hintergrund der Große Wagen als begehbares dreidimensionales Modell
Sonne mit Sonnenfleck
Bei der Beobachtung der Sonne mit einem SolarScope war auf der Oberfläche ein Sonnenfleck zu sehen.
Im Planetarium
Besuch des Planetariums der Sternwarte Neuenhaus